Finanzierung und Kredite

Städtische Projekte bedürfen einer entsprechenden Finanzierung. Der Bau neuer Objekte oder die Sanierung von Bestandsbauten verlangen nach großen finanziellen Mitteln.

Diese kommen im urbanen Bereich aus den Einnahmen der Stadtverwaltung und aus Steuern sowie aus Mitteln der Länder und des Bundes. Wie auch im privaten Bereich spielen auch im öffentlichen Sektor Kredite eine wesentliche Rolle.

Kredite und Darlehen

Darlehen sind Kredite, die aus größeren Summen bestehen. Darlehen haben darüber hinaus eine relativ lange Laufzeit. Meist werden Darlehen vom Land oder vom Bund vergeben. Das gilt beispielsweise für die Wohnbauförderung. Kredite sind in erster Linie Darlehen über kleinere Beträge.

Vor allem für private Bauherren sind Kredite eine geeignete Finanzierungsform. Heute können diese Kredite ganz einfach online beantragt und aufgenommen werden. Einen online kredit sofort zu erhalten ist in vielen Fällen ebenfalls kein Problem.

Kreditkonditionen

Kredite gibt es in vielfältiger Form. Banken unterscheiden vor allem zwischen zweckgebundenen und frei verwendbaren Krediten. Im Gegensatz zu einem Verbraucherkredit ist ein Baukredit jedoch zweckgebunden.

Verbraucher- oder Konsumentenkredite sind dagegen Ratenkredite, die der freien Verwendung dienen. Diese Kredite bewegen sich meist zwischen 5.000 und 50.000 Euro. Die Kreditsumme wird dann innerhalb eines vereinbarten Zeitraums zu einem fixen Zinssatz und in gleichbleibenden Raten an den Kreditgeber zurückgezahlt.

Um Kredite in Anspruch zu nehmen, müssen in Deutschland die Kreditgeber eine Schufa-Auskunft einholen und die Bonität des Kreditnehmers prüfen. Man findet zwar auch Kredite ohne Schufa, die allerdings als Kredite trotz Schufa verstanden werden müssen.

Diese Kredite gewähren Kreditgeber auch im Fall einer schlechteren Bonität oder negativer Schufa-Einträge. Wer einen Kredit aufnimmt, sollte sich vorab über die jeweiligen Kreditkonditionen wie Schufa, Zinssatz oder Ratenhöhe und Laufzeit informieren und einen Vergleich verschiedener Kreditangebote durchführen.

Die Kosten der Stadtentwicklung

Städtebauliche Maßnahmen und Projekte erfordern ein gewisses Budget. Für die Finanzierung der Kosten für die Stadtentwicklung sind in der Regel die Gemeinden und Städte verantwortlich. Daneben gibt es auch Förderungsmaßnahmen seitens des Bundes und der einzelnen Bundesländer.

Finanzierung über Steuern und Abgaben

Rund zwei Drittel aller städtebaulichen Maßnahmen werden von den Gemeinden finanziert. Dafür erheben diese Kommunalsteuern. Außerdem erhalten die Gemeinden Anteile aus den Lohn- und Einkommenssteuern.

Diese Finanzzuweisungen erfolgen durch die Bundesländer. Darüber hinaus können Städte und Gemeinden bestimmte Kredite zur Finanzierung der Stadtentwicklung aufnehmen. Die Finanzierung der einzelnen Maßnahmen erfolgt in der Regel aus den Einnahmen der Städte und Gemeinden.

Dabei resultieren rund 30 Prozent aus steuerlichen Einnahmen wie der Gewerbesteuer oder der Grundsteuer sowie 25 Prozent aus Finanzzuweisungen der Länder. Rund 23 Prozent stammen aus Gebühren. Der Rest wird über sonstige Einnahmequellen finanziert.

Förderungen durch den Bund

Finanzzuweisungen erfolgen für die Städte auch über den Bund. In Deutschland stellte der Bund dafür im Jahr 2019 rund 70 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch wurden die Finanzierungssummen der Städte und Gemeinden ergänzt.

Die Mittel werden nicht nur für bauliche Maßnahmen bereitgestellt, sondern auch für die Planung der Stadtentwicklung. Bei der Planung werden vom Bund insbesondere einzelne Planungsschritte und statistische Analysen unterstützt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Die Evaluierung der Nachfrageentwicklung in Bezug auf die notwendige Infrastruktur in den Städten und Gemeinden.
  • Die Ausarbeitung von Sanierungskonzepten in Hinblick auf eine nachhaltige Sanierung bestehender infrastruktureller Einrichtungen.
  • Die Entwicklung von Konzepten für die interaktive Zusammenarbeit in Städten und Gemeinden.
  • Die Planung von Maßnahmen zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und der Einbindung der Einwohner in die Entwicklung von Stadtkonzepten.

Im Bereich der baulichen Projekte werden insbesondere bauliche Maßnahmen durch den Bund gefördert und unterstützt:

  • Die bautechnische Sanierung von bestehenden öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen.
  • Der Um- und Ausbau von leer stehenden Gebäuden vor allem im Stadtkern.
  • Bauliche Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung von öffentlichen Freiflächen und Grünanlagen.

Die Förderungen des Bundes werden den Städten und Gemeinen in Form von Investitionszuschüssen gewährt.

Die Verkehrs- und Umweltplanung in Städten

Heute kommt der Verkehrsplanung und der Berücksichtigung von ökologischen Interessen in den Städten eine besondere Rolle zu. Die Stadt soll als Lebensraum dienen und soziale sowie wirtschaftliche Interessen zulassen. Verkehr und Umwelt spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Städtische Verkehrsplanung

Vor allem größere Städte leiden heute unter einem starken Verkehrsaufkommen. Der private Autoverkehr verursacht Lärm und führt zu Schadstoffemissionen. All dies reduziert die Lebensqualität in Städten enorm. Aus diesem Grund machen sich Stadtplaner Gedanken, wie man den öffentlichen Verkehr ausbauen und effizienter gestalten kann.

In früheren Zeiten orientierte sich die Stadtplanung häufig am privaten Autoverkehr. Es wurden zahlreiche Straßen zu Hauptverkehrsadern erweitert oder der innerstädtische Bereich wurde zu Verkehrszonen umfunktioniert. Heute sieht die Sachlage jedoch anders aus. Nun orientieren sich neue Verkehrskonzepte an den städtischen Strukturen. Der Autoverkehr wird vielfach aus den Stadtzentren verbannt.

Anstatt Parkplätze zu schaffen, werden Parkhäuser errichtet. Zudem versucht man, die Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Fußgänger- und Radfahrstreifen werden ausgebaut.

Der innerstädtische Bereich wird zunehmend von Fußgängerzonen durchzogen. Der Ausbau von Bus und Bahn soll dazu beitragen, den privaten Autoverkehr in den Städten einzuschränken. Nicht immer werden diese Angebote von der Bevölkerung auch angenommen.

Allerdings setzt sich mittlerweile ein größeres Umweltbewusstsein in der Stadtbevölkerung durch. Man will autofreie Zonen und akzeptiert auch Fußgängerzonen und Radfahrwege. Zudem fordert man Frei- und Grünflächen, die als Erholungsraum für die städtische Bevölkerung dienen.

Vor allem bei der Schaffung von Grünflächen können Brachflächen herangezogen werden. Die Grünflächen sorgen für ein besseres Mikroklima in den Städten und sind bei extremer Hitze vorteilhaft.

Die Verkehrsberuhigung in den Innenstädten sowie die Schaffung von Erholungsräumen sind mittlerweile wesentliche Bestandteile in der modernen Stadtentwicklung. In Zukunft wird sich dieser Trend wahrscheinlich noch verstärken. Beispiele dafür finden sich bereits in Berlin, wo man sogenannte Regionalparks einrichtet, die der Erholung dienen sollen.

Aufgaben der Stadtplanung

Die Aufgaben der Stadtplanung sind mittlerweile vielschichtig geworden. Die Stadtentwicklung ist ein Prozess, der gemeinschaftliches Arbeiten erfordert und unterschiedliche Interessen befriedigen muss.

Kulturelle, ökonomische, ökologische und soziale Grundsätze müssen beachtet werden. Die Politik spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. In der Stadtentwicklung sind mehrere Akteure beteiligt, die unterschiedliche Ziele und Aufgaben verfolgen.

Die Akteure

In den Städten hat die kommunale Verwaltung bei der Stadtplanung eine zentrale Rolle. Sie muss die einzelnen Ziele der Stadtplanung in Einklang zu bringen. Der Stadtrat und die Verwaltung diskutieren und skizzieren dabei die wichtigsten Eckpunkte der Stadtentwicklung. Die Stadtverwaltung ist schließlich für die Durchführung der notwendigen Maßnahmen verantwortlich.

Teilweise wurden viele dieser Verwaltungsagenden in den letzten Jahren ausgelagert und werden heute privatwirtschaftlichen Unternehmen übertragen. Vielfach werden Projekte von privaten Investoren in die Tat umgesetzt.

Dafür müssen die Planungskonzepte so gestaltet sein, dass sie sowohl die Interessen der Kapitalgeber als auch die öffentlichen Interessenberücksichtigen. Diese Konstellation schürt oft Konflikte und verläuft deshalb nicht immer reibungslos. Zu den privaten Kapitalgebern zählen nicht nur Investoren, sondern auch Grundstückseigentümer.

In Städten gibt es zahlreiche verwaiste Gebäude, die sich in der Hand von privaten Hausbesitzern befinden. Mancherorts werden diese Objekte von der Gemeinde oder der Stadt aufgekauft und revitalisiert. Allerdings sind viele Hausbesitzer nicht bereit, ihr Objekt zu verkaufen. Hier muss die Stadtplanung informativ und motivierend eingreifen.

Das Projektmanagement

In den meisten Städten werden Maßnahmen, die der Stadterweiterung dienen, von einem eigenen Projektmanagement dirigiert. Diese projektbezogene Planung ist in vielen Städten bei der Errichtung von neuen Siedlungsanlagen oder der Sanierung von Brachflächen heute bereits der übliche Weg.

Aber hier kommt es in vielen Fällen zu Konflikten zwischen Investoren und der öffentlichen Hand. Die Stadtplanung wird oft von Anrainern oder Stadtbewohnern infrage gestellt und kritisiert.

Aus diesen Gründen kommt der modernen Stadtplanung nicht nur eine bauliche Aufgabe zu. Sie ist vermehrt auch gefordert, diplomatische und vermittelnde Funktionen zu übernehmen.

Ziele der modernen Stadtentwicklung

Das urbane Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Städte wachsen heute stärker und dehnen sich in ihr Umland aus. Zudem haben sich demografische Veränderungen ergeben. Immer mehr ältere Menschen leben in Städten.

Singlewohnungen und kleine Apartments lösen große Wohnungen ab, da sich auch die Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten stark verändert haben. Außerdem wird der Umweltschutz in Städten immer wichtiger. Aus diesen Gründen stehen die Stadtplaner vor neuen Herausforderungen, und dafür ist ein entsprechendes Budget notwendig.

Die nachhaltige Stadtentwicklung

Das Ziel der Stadtentwicklung ist es, den Menschen im urbanen Bereich ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen. Die Besiedlungsdichte ist im städtischen Raum jedoch weitaus dichter als in ländlichen Regionen.

Zudem zieht es immer mehr Menschen in Städte. Die nachhaltige Stadtentwicklung muss diese Umstände berücksichtigen. Die Planung muss daher auf lange Sicht erfolgen. Im Jahr 2030 werden neuesten Studien zufolge rund 60 Prozent der Menschen in Städten leben. Das Leben in der Stadt bietet durchaus Vorteile.

Man befindet sich in der Nähe von beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten oder Krankenhäusern, und auch beruflich ist das Angebot wesentlich höher als in ländlichen Regionen. In den Städten sind daher die Produktivität sowie die Innovationskraft wesentlich höher.

Diese Vorteile bringen jedoch zahlreiche Nachteile mit sich. Die dichte Besiedelung führt zu Wohnungsknappheit und zu einer starken Verkehrsbelastung. Wohnraum wird in den Stadtkernen immer teurer. Aus diesem Grund sind hier die Stadtplaner besonders gefordert.

Der Klimawandel spielt ebenfalls eine Rolle. Städte heizen sich im Sommer viel stärker auf als ländliche Gebiete. Deshalb liegt in der Stadtplanung der Fokus auf klimafreundlichen Gebäuden und Niedrigenergiehäusern. Der urbane Raum sollte zudem möglichst autofrei gestaltet werden.

Die moderne Stadtentwicklung zielt darauf ab, all diese Probleme zielführend zu behandeln. Das ist aber keine leichte Aufgabe. Maßnahmen wie verkehrstechnische Lösungen, infrastrukturelle Einzelprojekte oder energetische Projekte dürfen sich gegenseitig nicht ausschließen. Sie müssen so gestaltet werden, dass eine ganzheitliche Lösung aller auftretenden Probleme angestrebt wird.

Urbane Projekte im Wandel der Zeit

Die Stadtentwicklung hat sich aufgrund von sozialen, ökonomischen, ökologischen und demografischen Umständen in den letzten Jahrzehnten stark verändert:

  • Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Wiederaufbau der Städte und der kommunalen Infrastruktur auf dem Programm.
  • In den 1960er-Jahren sorgte der Wirtschaftsaufschwung für neue Investitionen in den Städten. Damals stand vor allem die Stadterweiterung im Vordergrund.
  • Die Ölkrise prägte in den 1970er-Jahren die Entscheidungen der Stadtentwickler. Viele Betriebe wanderten an den Stadtrand ab. Währenddessen beschränkte man sich lange Zeit auf den Neubau von Wohnungen.
  • Ab 1980 veränderten sich schließlich auch die gesellschaftlichen Strukturen. Singlehaushalte vermehrten sich und darauf musste auch beim Wohnbau Rücksicht genommen werden.
  • Durch die Wiedervereinigung Deutschlands wuchs im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts die Einwohnerzahl in vielen deutschen Städten. Auch hierfür brauchte man neue städteplanerische Konzepte.
  • Heute herrschen wiederum andere Bedingungen, die die Städteplaner vor neue Herausforderungen stellen.

Revitalisierung der Innenstädte

In den letzten Jahrzehnten haben sich in der Nähe von Städten immer mehr und größere Einkaufszentren auf der grünen Wiese etabliert. Das führte schließlich zum Aussterben der Stadtkerne. Heute beschäftigen sich Stadtplaner vorwiegend mit der Wiederbelebung der innerstädtischen Zentren.

Durch den steigenden Wohnbedarf in vielen Städten müssen Altbauten saniert und revitalisiert werden, was vor allem aus finanzieller Sicht nicht immer einfach ist. Daneben müssen innerstädtische Brachflächen einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Auch die Ökologisierung steht mittlerweile in der Stadtentwicklung im Fokus. Große Städte benötigen Grünflächen, um einen natürlichen Erholungsraum für die dort lebende Bevölkerung zu schaffen. Demgegenüber wird der öffentliche Verkehr ausgebaut. Dieser Umstand verlangt nach umweltfreundlichen und zugleich kostengünstigen Konzepten.

Parallel zur Revitalisierung der Innenstädte entstehen heute in vielen deutschen Städten neue Stadtquartiere. Sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern werden nach wie vor mit großen finanziellen Mitteln Wohnprojekte ins Leben gerufen.

Durch diese Neubauten entstehen wiederum neue Stadtviertel. Diese gibt es beispielsweise in der Allermöhe West in Hamburg, in Karow Nord in Berlin oder in Hollerland in Bremen. Diese Projekte werden ebenfalls aus Mitteln des Bundes kofinanziert.

Urbane Konzepte bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Ökologisierung und Modernisierung. Freiflächen und Wohnflächen müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Auch Verkehrskonzepte sind auf soziale und ökologische Anforderungen abzustimmen.